Streusalz am Zaun beschleunigt die Korrosion überall dort, wo die Verzinkung oder die Beschichtung beschädigt ist. Besonders gefährdet sind der Pfostenfuß, die Straßenseite und die Einfahrt. Prüfen Sie Ihren Zaun deshalb jetzt im Herbst, bessern Sie Kratzer aus und planen Sie, wo Schnee und Salz im Winter landen. So übersteht Ihr Zaun den Winter ohne neue Rostschäden.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, warum Salz dem Zaun schadet, wie Sie ihn in sechs Schritten vorbereiten und was Sie als Anrainer beim Streuen beachten.
Inhalt
- Warum greift Streusalz Ihren Zaun an?
- Wo ist Ihr Zaun am stärksten gefährdet?
- Streusalz am Zaun: 6 Schritte vor dem Winter
- Welche Pflichten haben Anrainer im Winter?
- Welcher Zaun hält Streusalz an der Straße besser aus?
- Was tun Sie im Frühjahr?
- Zaunsysteme direkt vom Hersteller
- Häufige Fragen
Warum greift Streusalz Ihren Zaun an?
Streusalz löst sich im Schmelzwasser und bildet eine salzhaltige Lösung. Die Chloride darin beschleunigen die Korrosion von Zink und Stahl deutlich. Solange die Schutzschicht intakt ist, schirmt sie den Stahl ab. Jeder Kratzer, jede Schnittkante und jede Abplatzung wird aber zur Angriffsstelle.
Die Verzinkung schützt den Stahl auch an kleinen Fehlstellen noch eine Zeit lang, weil sich das Zink anstelle des Stahls auflöst. Salzwasser beschleunigt diesen Vorgang jedoch. Was sonst jahrelang hält, verbraucht sich an einer salzbelasteten Stelle viel schneller.
Dazu kommt die Mechanik. Schneepflüge und Schneefräsen schieben oder schleudern salzigen Schneematsch gegen den Zaun. Dort bleibt er tagelang liegen, taut an, gefriert wieder und hält die Salzlösung am Metall. Genau diese Dauerfeuchte macht den Winter für Zäune an der Straße so belastend.
Wo ist Ihr Zaun am stärksten gefährdet?
Nicht der ganze Zaun leidet gleich stark. Diese Übersicht zeigt Ihnen, wo Sie besonders genau hinsehen sollten:
| Bereich | Belastung | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Straßenseite | Spritzwasser vorbeifahrender Autos, Schneematsch vom Räumdienst | Beschichtung prüfen, Schnee regelmäßig wegschaufeln |
| Pfostenfuß | Salzwasser sammelt sich am Übergang zum Beton | Betonkrone mit Gefälle, Erde und Laub vom Fuß entfernen |
| Einfahrt | am stärksten befahren, oft mit Salz gestreut | dort Splitt statt Salz verwenden |
| Zaun am Gehsteig | Streugut vom Gehsteig landet direkt am Zaun | Streugut nicht an den Zaunfuß kehren |
| Schnittkanten, Kratzer | ungeschützter Stahl oder dünne Schutzschicht | vor dem Winter mit Zinkspray und Lack ausbessern |
Streusalz am Zaun: 6 Schritte vor dem Winter
- Zaunfuß freilegen und Zaun reinigen. Entfernen Sie Laub, Erde und Grasschnitt, die sich am Fuß der Pfosten und unter den Matten angesammelt haben. Diese Schichten halten Feuchtigkeit und im Winter auch Salzwasser am Metall. Spülen Sie Staub und Schmutz anschließend mit klarem Wasser ab, damit Sie Schäden an der Beschichtung besser erkennen.
- Beschichtung prüfen. Gehen Sie den Zaun ab und achten Sie auf Kratzer, Abplatzungen, Rostpunkte und ungeschützte Schnittkanten. Besonders genau prüfen Sie die Straßenseite und den Bereich um die Einfahrt.
- Schäden ausbessern. Entfernen Sie lose Beschichtung und Rost, schleifen Sie die Stelle leicht an und reinigen Sie sie. Tragen Sie dann Zinkspray und nach dem Trocknen Lack im Farbton Ihres Zauns auf. Beachten Sie die Angaben zur Verarbeitungstemperatur auf der Dose und arbeiten Sie an einem trockenen Tag.
- Pfostenfuß entwässern. Das Wasser soll vom Pfosten weg nach außen ablaufen. Steht Wasser in einer Mulde um den Pfosten, gleichen Sie sie mit Reparaturmörtel aus. Häufen Sie keine Erde am Pfosten an.
- Markierstangen setzen. Kennzeichnen Sie den Verlauf des Zauns an der Straße für den Räumdienst. Ein Stab mit rund 20 mm Durchmesser und einem Reflektor oder farbigen Band ist auch bei Schnee gut sichtbar. So schiebt der Pflug den Schnee nicht versehentlich gegen die Matten.
- Streumittel planen. Legen Sie einen Vorrat an Splitt oder abstumpfendem Granulat an. Direkt am Zaun und an der Einfahrt verwenden Sie statt Salz besser diese Mittel.
Welche Pflichten haben Anrainer im Winter?
Laut § 93 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Eigentümer von Liegenschaften im Ortsgebiet die Gehsteige und Gehwege entlang ihrer Liegenschaft, die nicht mehr als 3 m entfernt sind, in der Zeit von 6 bis 22 Uhr von Schnee und Verunreinigungen säubern und bei Schnee und Glatteis bestreuen. Den genauen Wortlaut finden Sie im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS).
Womit Sie streuen, regelt die StVO nicht im Detail. Manche Gemeinden empfehlen oder verlangen jedoch abstumpfende Mittel statt Salz. Wir empfehlen Ihnen, vorab bei Ihrer Gemeinde nachzufragen, welche Streumittel dort erlaubt oder erwünscht sind.
Für Ihren Zaun gilt unabhängig davon: Splitt schützt vor Glätte, ohne das Metall anzugreifen. Salz, das Sie auf dem Gehsteig ausbringen, landet dagegen mit dem Schmelzwasser am Zaunfuß. Kehren Sie Streugut und Schneematsch deshalb nicht an den Zaun, sondern auf eine freie Fläche auf Ihrem Grundstück. Schnee von Ihrem Grundstück dürfen Sie laut § 93 Abs. 6 StVO nur mit behördlicher Bewilligung auf die Straße schaffen.
Welcher Zaun hält Streusalz an der Straße besser aus?
Planen Sie einen neuen Zaun an einer gestreuten Straße, können Sie die Belastung schon bei der Auswahl berücksichtigen. Vier Punkte machen dabei einen Unterschied:
- Doppelter Korrosionsschutz: Entscheidend gegen Streusalz ist der Oberflächenschutz. Am besten hält ein Duplex-System aus Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung. Die Beschichtung schützt das Zink vor dem Salzwasser, und das Zink schützt den Stahl, wenn die Beschichtung einmal verletzt wird. Zusammen halten beide Schichten deutlich länger als jede für sich.
- Robuste Matte: An der Straßenseite empfehlen wir Ihnen eine kräftige Ausführung wie unsere Doppelstabmatte 3D STRONG. Sie hält dem Druck von angeschobenem Schnee besser stand als eine leichte Matte.
- Stabile Pfosten: Rechteckige Pfosten wie der Zaunpfosten eckig 60 × 40 mm sind für Zäune an der Straße eine solide Wahl.
- Abstand zur Fahrbahn: Setzen Sie den Zaun, wenn Ihr Grundstück es erlaubt, etwas von der Fahrbahn zurück. Schon ein schmaler Streifen verringert das Spritzwasser deutlich und gibt dem Räumdienst Platz für den Schnee.
Bei Unsicherheiten zur Lage des Zauns an der Grundstücksgrenze empfehlen wir Ihnen, vorab bei Ihrer Gemeinde bzw. der zuständigen Baubehörde nachzufragen.
Was tun Sie im Frühjahr?
Nach dem Winter klebt an einem Zaun an der Straße eine Schicht aus Salz, Staub und Splitt. Spülen Sie den Zaun an den ersten milden Tagen mit klarem Wasser ab, besonders den unteren Bereich und die Pfostenfüße. Ein Gartenschlauch genügt. Einen Hochdruckreiniger setzen Sie nur mit Abstand ein, damit er die Beschichtung nicht beschädigt.
Gehen Sie den Zaun danach noch einmal ab und prüfen Sie ihn auf neue Schäden. Kratzer vom Schneepflug oder von Schneeschaufeln bessern Sie gleich aus, bevor die Feuchtigkeit des Frühjahrs Rost entstehen lässt.
Zaunsysteme direkt vom Hersteller
Doppelstabmatten, Pfosten und Zubehör fertigen wir selbst. Deshalb beraten wir Sie gern, welche Ausführung zu einem Zaun an einer gestreuten Straße passt. Schicken Sie uns Länge, Höhe und Lage Ihres Zauns, und wir stellen Ihnen die passende Materialliste zusammen. Für Sonderlösungen fragen Sie uns nach einer Maßanfertigung. Die aktuellen Preise finden Sie direkt beim jeweiligen Produkt im Shop.
Häufige Fragen
Schadet Streusalz einem verzinkten Zaun?
Ja, vor allem an beschädigten Stellen. Die Chloride im Salzwasser beschleunigen die Korrosion von Zink und Stahl. Solange Verzinkung und Beschichtung intakt sind, hält der Zaun viel aus. Kratzer, Schnittkanten und der Pfostenfuß sind die Schwachstellen. Bessern Sie diese vor dem Winter aus.
Was ist die bessere Alternative zu Streusalz?
Splitt und abstumpfende Granulate schützen vor Glätte, ohne Metall und Pflanzen anzugreifen. Sie schmelzen das Eis nicht, sondern machen es griffig. Manche Gemeinden empfehlen oder verlangen sie. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach, welche Streumittel dort vorgesehen sind.
Wie bessern Sie Kratzer am Zaun aus?
Entfernen Sie lose Beschichtung und Rost, schleifen Sie die Stelle leicht an, reinigen Sie sie und tragen Sie Zinkspray auf. Nach dem Trocknen folgt Lack im Farbton Ihres Zauns. Arbeiten Sie an einem trockenen Tag und beachten Sie die Verarbeitungstemperatur, die der Hersteller auf der Dose angibt.
Dürfen Sie Schnee gegen den Zaun schaufeln?
Besser nicht. Ein Schneehaufen drückt seitlich gegen die Matten und hält, wenn er Salz enthält, die Salzlösung tagelang am Metall. Schaufeln Sie Schnee auf eine freie Fläche auf Ihrem Grundstück. Auf die Straße dürfen Sie ihn nur mit behördlicher Bewilligung schaffen (§ 93 Abs. 6 StVO). Liegt doch Schnee am Zaun, räumen Sie ihn nach dem Tauwetter weg.
Wann sollten Sie den Zaun reinigen?
Zweimal im Jahr: im Herbst, bevor Sie Schäden prüfen und ausbessern (Schritt 1), und im Frühjahr, nachdem der letzte Schnee geschmolzen ist. Spülen Sie Salzreste und Staub jeweils mit klarem Wasser ab. Das dauert wenig Zeit und verlängert die Lebensdauer Ihres Zauns spürbar.
Wenn Sie Ihren Zaun jetzt im Herbst auf das Streusalz vorbereiten, Schäden ausbessern und das Streuen planen, übersteht er den Winter ohne neue Rostschäden. Ein paar Stunden Arbeit heute sparen Ihnen im Frühjahr teure Reparaturen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind die StVO, die Vorschriften Ihres Bundeslandes und die Auskunft Ihrer Gemeinde bzw. Baubehörde.